Hamburg ist jetzt Bio-Stadt!

Staatsrat Dr. Rolf Bösinger und Dr. Peter Pluschke
Staatsrat Dr. Rolf Bösinger, BWVI, (re.) und Dr. Peter Pluschke, Sprecher BIOstädte.de,
am 1.12.2016 nach der Unterzeichnung der Beitrittsurkunde im Rathaus


Mit dem Beitritt zum Netzwerk der Bio-Städte setzt die Freie und Hansestadt Hamburg Zeichen dafür, den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung von und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung fördern zu wollen und Bio-Lebensmitteln Vorrang bei öffentlichen Einrichtungen, Veranstaltungen, Märkten und insbesondere bei der Essenversorgung von Kindern und Jugendlichen zu geben.  Nach der Auftaktveranstaltung im Februar 2017 findet die Fach- und Verbrauchermesse hamburg.bio nun jährlich statt.

Handelskammer Hamburg
Adolphsplatz 1   20457 Hamburg
7.04.2018   11.00 - 18.00 Uhr
8.04.2018   11.00 - 18.00 Uhr





Mehr Flächen für den Bio-Anbau in Hamburg

Rund ein Fünftel der Fläche des Stadtstaats Hamburg wird landwirtschaftlich genutzt, zum Beispiel im Alten Land und in den Vier- und Marschlanden. Fast 500 der in Hamburg ansässigen gastronomischen, Handels- und Verarbeitungsbetriebe wirtschaften bereits ökologisch. Das erklärte Ziel der Freien und Hansestadt Hamburg: Mehr Flächen für Bio-Anbau und mehr Anbieter von ökologisch erzeugten Produkten. Damit wird nicht zuletzt dem Wunsch der Verbraucher nach Erzeugung und Verarbeitung in der Region, kurzen Transportwegen und transparenten Handelsketten entsprochen.




Bio als Standortfaktor

Die wirtschaftliche Bedeutung des Bio-Sektors wird nach Einschätzung der Stadt Hamburg weiter zunehmen, zumal die Nachfrage nach Bio momentan noch häufig durch Importe aus dem Ausland gedeckt werden muss. Darüber hinaus leistet der ökologische Landbau einen wertvollen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften: Böden werden schonend bearbeitet, Grundwasser wird weniger belastet, die Artenvielfalt gefördert und dem Klimaschutz Rechnung getragen. Bio gilt somit längst als weicher Standortfaktor.




Durch Netzwerk Synergien nutzen

Durch den Beitritt zum Netzwerk der Bio-Städte werden die Weichen für die Bio-Stadt Hamburg gestellt: Die Stärke des Netzwerkes ergibt sich aus der Bündelung der kommunalen Kompetenz und aus dem gemeinsamen Auftreten auf bundesdeutscher und europäischer Ebene. Hamburg kann mit dem wirtschaftspolitisch relevanten Beitritt zum Netzwerk von den Synergieeffekten der gemeinsamen Arbeit profitieren.




Den ökologischen Landbau fördern

Für Betriebe, die Interesse an einer Umstellung auf Bio haben, stellt die Stadt unter anderem Förderprämien, Beratung und gezielte angewandte Forschung zur Verfügung.




Vermarktung von ökologischen Produkten

Kindertagesstätten, Schulmensen, Kantinen in Behörden sowie das Catering bei Behördenveranstaltungen, Rathausempfängen etc.: Mit ihrem großen Bedarf an Lebensmitteln kann die Stadt Hamburg selbst mit ihren Institutionen und Einrichtungen mit deren Nachfrage nach Bio wirkungsvoll Zeichen setzen.




Vermarktungsstrukturen und Absatzgemeinschaften stärken

Unternehmen können gezielt unterstützt werden, zum Beispiel durch die Förderung von Messeständen, Schaffung von Austauschforen, Auf- und Ausbau von Vermarktungsstrukturen.




Verbraucher informieren

Indem die Stadt Hamburg auf Bio setzt, wird Vertrauen bei den Verbrauchern erzeugt. Politische Vertreter können sich für eine nachhaltige und ökologische Lebensmittelerzeugung positionieren und damit glaubhaft Vorbild sein. Gleichzeitig kann Verbraucherinformation rund um Bio und ökologischen Landbau gefördert werden.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Zur Umsetzung und Kommunikation hat die Stadt Hamburg eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gebildet. Ihr gehören Vertreter der Justizbehörde, der Finanzbehörde, der Behörde für Umwelt und Energie und der Behörde für Schule und Berufsbildung an. Für eine breite Verankerung in der Stadt und die Schaffung eines Mehrwerts für alle Akteure bedarf es darüber hinaus einer engen Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, die die Idee der Bio-Stadt mittragen.

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Das Netzwerk der Bio-Städte
Seit 2010 arbeiten Städte, die den Ökolandbau und Bio-Lebensmittel fördern, zusammen. Ihr gemeinsames Anliegen: Sich gemeinsam politisch stark zu machen für mehr ökologischen Anbau und ein größeres Angebot von Bio-Produkten vor Ort. Im Netzwerk werden Erfahrungen ausgetauscht, gemeinsame Projekte angegangen, Fördermittel akquiriert und öffentlichkeitswirksame Aktionen durchgeführt. Im April 2016 wurde das Netzwerk der Bio-Städte offiziell begründet. Zum Dezember 2016 ist die Freie und Hansestadt Hamburg dem Netzwerk beigetreten.

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