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Umweltleitfaden 2019

"Wir fordern ein ergänzendes Papier"

Mit dem aktualisierten Umweltleitfaden schreibt Hamburg endlich eine verbindliche Bio-Quote in Teilen der Außer-Haus-Verpflegung fest. Der Umweltleitfaden umfasst Vergaberichtlinien für eine umweltfreundliche Beschaffung. Er ist grundsätzlich für alle Vergaben öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge der Freien und Hansestadt Hamburg verbindlich und richtet sich somit an öffentliche Auftraggeber.

 

 

INHALT

So ist Bio nicht mehr nur über ein freiwilliges Lippenbekenntnis, sondern mit mindestens 10% des geldwerten Anteils festgeschrieben. Zudem wurde für Rahmenvereinbarungen, z.B. für Ausschreibungen der Einkaufsgemeinschaft, das Kriterium des Umfangs für den Einsatz von Bio-Lebensmitteln konkretisiert: Das wirtschaftlichste Angebot wird zu 30% gemäß des Anteils an Biolebensmitteln vergeben. Entsprechend werden Angebote von 100% Bio besser bewertet als Angebote mit 50 oder 10% Bio bei gleichbleibender Wirtschaftlichkeit. Das markiert den Start, Bio in der öffentlichen Beschaffung verbindlich einzuführen. Zentral ist nun eine dynamische Weiterführung der Quote in Richtung mehrheitlich ökologischer und regional ausgerichteter Beschaffung. 

 

Zusätzlich dürfte die Vorgabe von minimal 20% frischer Zutaten gemäß der Saison positive Auswirkungen auf die regionale Landwirtschaft bezwecken, wenn auch nicht weiter spezifiziert wurde, ob mit Saison heimische Saisonalität gemeint ist. Da Beschaffungskriterien nicht explizit einer Region zugeschrieben werden dürfen (Diskriminierung im freien EU-Markt), wird dafür oft auf saisonale Ansätze zurückgegriffen. 

 

Weitere Bestimmungen wurden zum Fleischeinsatz getroffen. Für Caterings (es ist anzunehmen, dass damit Veranstaltungscaterings gemeint sind) gilt: mind. 80% der angebotenen Speisen sind vegetarisch. Andere Bestimmungen gelten für Kantinen, die letztlich jedoch wenig effektiv für die Reduzierung des Fleischkonsums sind.

 

 

BEWERTUNG & FORDERUNG HAMBURG.BIO

Der aktualisierte Umweltleitfaden enthält noch zahlreiche offene Punkte und Unklarheiten: 

·       Wie werden die Kontrollen der Richtlinien sichergestellt? 

·       Wie kann über das Kriterium der saisonalen Frische die Wertschöpfung regionaler und heimischer Ware gestärkt werden?

·       Wie kann der Bio-Anteil stetig angehoben werden? 

·       Welche Form von Hilfestellungen können für die praktische Umsetzung in den Küchen angeboten werden?

 

Damit der Umweltleitfaden schnellstmöglich umgesetzt wird, müssen praktikable Hilfestellungen erarbeitet werden. Wir fordern ein ergänzendes, auf die praktische Umsetzung ausgerichtetes Papier, das Hilfestellungen für die Erfüllung der einzelnen Maßnahmen bereitstellt sowie damit verbundene Herausforderungen thematisiert. Gerne sind wir bereit, mit der Expertise unseres Netzwerks mitzuwirken.

 

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